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«Wir möchten auf unseren Leaf nicht mehr verzichten» – Nissan Leaf Erfahrungsbericht

15. März 2024

Lesedauer: Minuten

«Wir möchten auf unseren Leaf nicht mehr verzichten» – Nissan Leaf Erfahrungsbericht

Jan Krumnacker

Jan Krumnacker

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Einmal ausprobiert und schon war Alexander vom Nissan Leaf überzeugt – und hat sich selber einen angeschafft. Was ihn an diesem Modell so überzeugt hat, dass er auch beim Zweitauto auf ein E-Auto umgestiegen ist, sagt er in seinem Erfahrungsbericht.

«Eigentlich wurde ich nur durch einen dummen Zufall zum E-Autofahrer. Mein Nachbar ist Nissanhändler und eines Tages stand plötzlich ein Nissan Leaf vor seinem Haus. Nachdem ich ihn ein paar Monate immer wieder gefragt hatte, ob ich das Auto ausleihen könne, gab er endlich nach. Ich konnte den Leaf zusammen mit meiner Frau ein ganzes Wochenende testen.

Das Ergebnis: Wir haben direkt einen gebrauchten Nissan Leaf gekauft, schon 2 Wochen später stand er in unserer Garage. Das Auto hat mich und meine Frau sofort überzeugt. Unser alter Nissan X-Trail mit Dieselmotor stand ab da fast nur noch im Carport. Wir nutzten ihn höchstens noch für längere Strecken und für die Ferien.

Alexander wohnt mit seiner Familie im Kanton Bern und arbeitet als Informatiker. Seit er den Nissan Leaf ein Wochenende Probefahren konnte, ist er vollends von der Elektromobilität überzeugt. «Das Fahren mit dem E-Auto ist rundum angenehmer als mit Verbrennern.»

E-Autos überzeugen auf Kurz- und Langstrecke

Im Mai 2022 haben wir dann den Versuch gewagt, auch mit dem Leaf eine längere Strecke in der Schweiz zu fahren und unterwegs zu laden. Und was soll ich sagen? In 8 Minuten war der Akku an der Ladestation auf 80 % geladen. Die Zeit reichte nicht mal für einen Espresso.

Ab da war das Schicksal unseres Verbrenners besiegelt. Bald darauf bestellten wir einen elektrisch angetriebenen Nissan Ariya als Ersatz. Wir haben jetzt also 2 Elektroautos bei uns zu Hause. Schon nach wenigen Wochen kann ich sagen: Meine Frau und ich lieben den Ariya. Er ist sehr bequem und, in unseren Augen, einfach ein mega schönes Auto. Und mit zwei E-Autos können wir zu Hause den überschüssig produzierten Strom von der eigenen Solaranlage auch besser nutzen.

Trotzdem: Auf den Leaf möchten wir auf keinen Fall verzichten. Wir fahren den grösseren Ariya immer dann, wenn wir mit dem Leaf unterwegs einen Ladestopp einlegen müssten. Oder wenn wir mit der Familie zu fünft unterwegs sind und den zusätzlichen Platz brauchen.

E-Autofahren braucht mehr Planung

Mit dem E-Auto zu fahren, empfinde ich als rundum angenehmer als mit Verbrennern. Alles ist etwas sanfter und ruhiger. Ich brauchte auch keine Eingewöhnungszeit, um mich im Leaf wohl zu fühlen.

Aber ich muss meine Fahrten besser planen. Mein Leaf hat noch den alten CHAdeMO-Stecker, den ich nicht bei jeder Ladestelle nutzen kann. Das heisst, ich muss zuerst wissen, wo ich überhaupt laden kann und immer auch eine Backup-Säule haben, falls die erste gerade besetzt ist. Aber das lässt sich gut einrichten. Mit dem Ariya kann ich tanken, wo ich will, dennoch ist das Ziel, dass wir vorwiegend zu Hause unseren eigenen Strom laden.

Für die grobe Routenplanung nutze ich «goingelectric». Allerdings sind sie nicht wirklich auf die Schweiz ausgerichtet, die Tarife sind zum Beispiel nicht angegeben. Deshalb habe ich auch zwei Anbieter-Apps mit eigenen Karten auf dem Handy. Bei diesen weiss ich, dass immer alles klappt und ich kann ihre Tarife rasch vergleichen. So habe ich mit minimalem Aufwand noch nie irgendwelche Probleme gehabt.

Bidirektionales Laden sollte Standard sein

Leider kann ich den Leaf nicht für bidirektionales Laden nutzen. Ich weiss, dass der Leaf und auch der Ariya es könnten und ich habe mich auch schon mehrfach darüber erkundigt. Aber mein Elektrizitätswerk sagte mir zum Beispiel, es sei nicht zulässig.

Ich habe mich trotzdem informiert und eine Wallbox für bidirektionales Laden angeschaut. Das Problem ist, dass so eine Wallbox viel teurer ist als eine normale. Und wir sprechen hier nicht vom doppelten Preis, sie kostet 10 bis 15 Mal so viel. Das lohnt sich finanziell einfach nicht, deshalb warten wir damit noch ein wenig.

Aber es wäre schon cool, wenn wir die Energie bei Bedarf abrufen könnten. Ich finde auch, das sollte der Standard sein, sodass jede und jeder es machen kann. Die Elektrizitätswerke können ja auch froh sein, wenn sie über die Speicherkapazität von privaten E-Autos Lastspitzen am Mittag brechen können.

Alle sollten ein E-Auto mal ausprobieren

Ich glaube nicht, dass E-Autos das Ende der Entwicklung sind. Eine andere Technologie wird sie wahrscheinlich irgendwann ablösen. Aber für jetzt bin ich absolut zufrieden.

Mein Rat: Alle sollten ein Elektroauto mindestens einmal ausprobieren. Und zwar nicht nur für eine Probefahrt von einer Stunde, sondern am besten für ein ganzes Wochenende. So kann man sehen, wie es wirklich ist. Schlussendlich muss man es selber erleben, um den richtigen Entscheid zu fällen. Und wenn man für sich das Passende gefunden hat, sollte man sich auch nicht mehr von anderen beeinflussen lassen.»

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Jan Krumnacker

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