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Verbrenner oder Elektroautos: Was ist umweltfreundlicher?

11. April 2025

Lesedauer: Minuten

Verbrenner oder Elektroautos: Was ist umweltfreundlicher?

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Jan Krumnacker

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Elektroautos versprechen eine Fahrt ohne Abgas-Emissionen. Doch spätestens, wenn man die Herstellung der Batterien und die Produktion des Stroms mit einbezieht, ist die Ökobilanz von E-Autos nicht mehr ganz so rosig. Wie nachhaltig und umweltfreundlich sind E-Autos wirklich?

Unschlagbare Energieeffizienz von Elektroautos

In Sachen Energieeffizienz macht kein Verbrenner einem E-Auto etwas vor. Denn die Elektroautos können rund zwei Drittel der Energie für den Antrieb einsetzen. Damit sind sie mehr als dreimal so effizient wie ein Auto mit Benzin- oder Dieselmotor, die nur rund 20 Prozent der Energie für den eigentlichen Zweck des Fahrzeugs nutzen können.

Treibhausgas-Emissionen: Elektroauto gegen Verbrenner

Während der Fahrt ist klar, wer im Emissionsvergleich gewinnt: die Elektroautos. Klar, sie stossen kein CO2 aus – ganz im Gegensatz zu Verbrennern.
Aber um ein komplettes Bild zu erhalten, gilt es, neben den direkten Emissionen auch die indirekten zu berechnen. Denn woher der Strom für das Elektroauto stammt, ist ein entscheidender Faktor in Bezug auf die Umweltfreundlichkeit.

In der Schweiz sind wir diesbezüglich in einer guten Position. 2022 stammten rund 80 Prozent der Energie aus erneuerbaren Energiequellen, nur etwa 1,9 Prozent kamen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Das Fahren von Elektroautos ist in der Schweiz somit äusserst umweltfreundlich.

Konkret ist die CO2-Belastung durch Elektroautos über den ganzen Lebenszyklus rund 50 Prozent tiefer als bei einem Verbrenner.
Mit einem üblichen Schweizer Strommix heisst das gemäss einer Studie des Paul-Scherrer-Instituts, dass ein E-Auto schon nach rund 30’000 Kilometern umweltfreundlicher ist als ein vergleichbarer Verbrenner. Trotz der höheren Umweltbelastung bei der Herstellung, insbesondere wegen der Batterie.

Mehr Informationen zu den Auswirkungen der Mobilität auf die Umwelt findest du auf dieser Seite des Bundesamts für Umwelt (BAFU).
Zum Vergleich: In den USA basieren beispielsweise 60 Prozent der Energieproduktion auf fossilen Brennstoffen. Auch mit einem E-Auto generiert man dort also eine Menge indirekter CO2-Emissionen.

Nicht alle Elektroautos sind gleich

Je nachdem, welches Elektroauto du fährst, fallen die Umweltkosten unterschiedlich aus. Schwere Elektroautos wie etwa Elektro-SUVs, die auch grosse Batterien benötigen, sind deutlich schädlicher als E-Kleinwagen.

Wenn du also sicherstellen möchtest, dass du tatsächlich umweltfreundlicher unterwegs bist, solltest du bei der Wahl deines Elektroautos auf das Gewicht und die Effizienz achten.

Am einfachsten erkennst du das an der Energieetikette. Auf dieser findest du alle wichtigen Informationen zum Verbrauch, den CO2-Emissionen und der Energieeffizienz auf einen Blick. Die detaillierte Erklärung kannst du in diesem Faktenblatt von EnergieSchweiz (PDF) nachlesen.

Wie umweltfreundlich ist die Herstellung der Elektroauto-Batterie?

Die Batterie ist für viele das grosse Fragezeichen, wenn es darum geht, wie klimafreundlich E-Autos wirklich sind. Nicht zu Unrecht: Denn die Herstellung der grossen und leistungsstarken Batterien für E-Autos belastet die Umwelt stark. Übliche Akkus benötigen unter anderem Lithium, Nickel und Kobalt, die zuerst aus Minen gefördert und dann weiterverarbeitet werden müssen.

Zur Veranschaulichung: Um 1 Tonne der seltenen Erden für die Herstellung von E-Auto-Batterien zu gewinnen, entstehen laut EURARE, einem von der EU finanzierten Projekt, das die nachhaltige Gewinnung seltener Erden in Europa abklärte, etwa 75’000 Liter verschmutztes Wasser und 1 Tonne radioaktive Überreste.

Zudem altern die Batterien und verlieren mit jedem Ladezyklus Kapazität. «Aber sie halten in der Regel zwischen 1’000 und 1’500 Ladezyklen aus, bevor ihre Speicherkapazität (SOH) auf weniger als 80 Prozent sinkt», sagt Jean-Marc Geiser, Mobilitätsexperte beim Bundesamt für Energie (BfE). Das ist in der Regel der Zeitpunkt, an dem sie ersetzt werden müssen. Das heisst: Bei einer, für 2024 eher geringen, Reichweite von 300 Kilometern pro Akkuladung hält eine Batterie zwischen 300’000 und 450’000 Kilometer.

Mehr Interessantes rund um Batterien für Elektroautos liest du in diesem Factsheet von EnergieSchweiz (PDF).

Neue E-Auto-Batterien sind umweltfreundlicher

Beim Akku gibt es positive Entwicklungen: Neue E-Auto-Batterien sind immer öfter Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LFP). Sie benötigen, im Gegensatz zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus, kein Kobalt mehr. Dadurch sind sie umweltverträglicher.

Ausserdem sind LFP-Akkus langlebiger. Denn, so erklärt Jean-Marc Geiser: «LFP-Batterien halten ihre Kapazität über mehr Ladezyklen. Und es macht ihnen auch weniger aus als herkömmlichen Akkus, wenn die Ladung über 80 Prozent steigt oder unter 20 Prozent fällt.»

Was passiert mit Batterien am Ende ihrer Lebensdauer?

Bei herkömmlichen Autos besteht die Batterie hauptsächlich aus Bleisäure, von denen 99 Prozent recycelt werden. Die Batterie von Elektroautos hingegen besteht zu einem grossen Teil aus Lithium, Kobalt und Nickel.

Das Recyceln dieser Batterien ist ökonomisch noch nicht attraktiv. Die Technologie ist jedoch vorhanden, sodass es möglich ist, mehr als 90 Prozent der Rohstoffe zurückzugewinnen. Zudem können alte E-Auto-Batterien problemlos wiederverwendet werden, zum Beispiel als langfristige Stromspeicher im Eigenheim oder in industriellen Stromspeicheranlagen.

Und nicht zuletzt lassen sich die Akkus von Elektroautos gut reparieren, bevor sie überhaupt recycelt oder weiterverwendet werden. Dies ist so, weil sie modular aufgebaut sind. Das bedeutet, wenn ein Bestandteil vorzeitig kaputtgeht, muss ein:e Servicetechniker:in in den meisten Fällen nur dieses Modul ersetzen. Im Anschluss ist die Batterie wieder voll funktionsfähig.

Umweltbilanz des E-Autos verbessern

Du möchtest so wenige negative Auswirkungen auf die Umwelt verursachen, wie möglich? So verbesserst du die Umweltbilanz deines E-Autos zusätzlich:

  • Lade nur mit erneuerbaren Energien. Viele Elektrizitätswerke bieten in der Regel spezielle Tarife an, mit denen du nur Strom aus erneuerbaren Quellen beziehst. Wenn du ein Eigenheim hast, kannst du mit der Installation einer Photovoltaik-Anlage sicherstellen, dass du dein Auto nachhaltig auflädst.
  • Lade nur im Ausnahmefall an einer Schnellladestation. Denn je schneller du den Akku lädst, desto schlechter ist es für die Batterie. Und ein Ersatz des Akkus hat enorme Umweltfolgen. Lade also am besten etwas langsamer, etwa über Nacht zu Hause an deiner Wallbox oder, wenn du die Möglichkeit hast, tagsüber bei deinem Arbeitgeber.
  • Beachte die Energieetikette auch bei Elektroautos. Denn es gibt grosse Unterschiede bezüglich Energieeffizienz bei E-Autos.
  • Den grössten Einfluss auf die Umweltbilanz hast du mit dem Kauf eines Occasion-Modells. Die Rechnung ist einfach: Ein gebrauchtes Auto muss nicht neu hergestellt werden und belastet die Umwelt nicht zusätzlich. Das macht eine Occasion deutlich nachhaltiger als ein Neuwagen frisch ab dem Fliessband.

Fazit: Elektroautos sind umweltfreundlicher als Verbrenner

Wenn es um die Umweltfreundlichkeit geht, haben E-Autos gegenüber Verbrennern klar die Nase vorn. Elektroautos verursachen zwar bei der Herstellung und dem Entsorgungsprozess vor allem wegen der Batterie grosse Emissionen, über die gesamte Nutzungsdauer gleichen sie das aber wieder aus. Denn im täglichen Betrieb stösst ein Auto mit Elektromotor viel weniger Treibhausgase aus als eines mit Benzin- oder Dieselmotor.

Möchtest du noch mehr zum Thema wissen? Im Rahmen des Programms «Fahr mit dem Strom» hat EnergieSchweiz detaillierte Informationen rund um die Energieeffizienz von E-Autos zusammengefasst.

Alle Infos zu unseren Produkten und Services sowie Tipps rund ums Auto.

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