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VW Golf GTE – Das blaue Wunder

2. November 2022

Lesedauer: Minuten

VW Golf GTE – Das blaue Wunder

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Mit dem neuen Golf 8 GTE lässt Volkswagen im Rahmen seiner Elektro-Offensive eine schicke Performance-Variante des Bestsellers auf die Kundschaft los. Ob der sportliche Teilzeitstromer hält, was er verspricht?

Der VW Golf GTE in Zahlen:

  • Motor: 1,4-Liter-Turbobenziner und Elektromotor mit 80 kW, 4 Zylinder, 245 PS, 400 Nm
  • Antrieb: Frontantrieb
  • Getriebe: 6-Gang-Automatik
  • Fahrleistungen: 0-100 km/h 6,7 s, Spitze 225 km/h
  • Masse: Gewicht 1 624 kg, Kofferraum: 273 – 1 129 l
  • Verbrauch: 1,6 l/100 km, 36 g C02/km
  • Testwagenpreis: 53 317 Franken
  • Basispreis: ab 49 050 Franken
  • Konkurrenten: Audi A3 Sportback TFSI e, BMW 2er Active Tourer PHEV, Hyundai Ioniq PHEV, Mercedes-Benz A-Klasse PHEV
  • Stand: 25. Februar 2021

Neues Kapitel

Ein neuer Golf markiert in der Modellgeschichte von Volkswagen immer auch ein neues Kapitel. Immerhin zählt er zu den meistverkauften Autos der Branche und definiert den gehobenen Mainstream über alle Alters- und Standesgrenzen hinweg. Der Plug-in-Hybrid GTE verspricht zusätzlich sportliches GTI-Feeling und alternative Nachhaltigkeit zusammenzubringen. Optisch kommt die achte Generation des Golfs ziemlich konservativ daher. In der emotionslosen Weiss-Lackierung stechen dafür die blauen Akzente an der Front, im Interieur und auch die drei zentrierten Buchstaben GTE am Heck sofort ins Auge. Der GTI mit Stecker will gefallen und nicht auffallen.

Mehr wäre besser

Im Innern fällt dann aber doch auf, dass die Materialauswahl, die Optik und die Haptik des Cockpits im Vergleich zu seinem Vorgänger nicht unbedingt als Fortschritt bezeichnet werden können. Zwar sind die Kunststoffe sorgfältig verarbeitet. Doch gerade im GTE, einer der teuersten Golf-Versionen, die ohne Extras mit 49 050 Franken zu Buche schlägt, wirkt die Kunststofflandschaft eher günstig.

Tückische Bedienung

Auffallend sind auch die Bedienungsschwächen des Infotainmentsystems. Bisher war gerade die intuitive Bedienung einer der Eckpfeiler bei Volkswagen. Doch die schmalen unbeleuchteten Schlitze unterhalb des Bildschirms zur Lautstärke- und Temperaturregelung sind äusserst unpraktisch. Da hätten auch günstige Schalter gereicht. Theoretisch können die neuen Bedienflächen zwar sowohl auf Drücken als auch auf Wischen reagieren. In der Praxis tun sie es aber oft gar nicht. Die einfachsten Funktionen wie Temperaturwahl oder Lautstärkeregelung werden so zur nervigen Prozedur. Ein grosses Lob hat immerhin die Menüführung des Infotainmentsystems mit ihren flachen, einleuchtenden Hierarchien verdient.

Cruisen statt düsen

Die Tücken des Infotainmentsystems macht der Teilzeitstromer dafür auf der Strasse wieder gut. Sowohl sportliche Serpentinenhatz als auch lange Autobahnpassagen absolviert er ohne nennenswerte Karosseriebewegungen. Das ist auf einem Niveau, für das man vor zehn Jahren S-Klassen gefeiert hätte. Die Leistungsabgabe des Vierzylindermotors im GTE ist weitgehend linear. Doch animiert der GTE – im Gegensatz zum GTI – weniger zum Sporteln. Hingegen macht es grossen Spass lautlos durch die Stadt zu cruisen. Leicht und leise rollt man über den Asphalt, Kein Motorgeräusch ist im Innenraum zu hören. Eine spannende Stille begleitet das elektrische Fahren im GTE. Mit einem kurzen Druck aufs Gaspedal schaltet das System dann automatisch auf den Verbrennungsmotor.

Mehr Reichweite

Apropos Motor – der Hauptakteur unter der Haube ist ein 1,4-Liter Turbobenziner mit 150 PS, der von einem Elektromotor mit 80 kW unterstützt wird, womit man über eine Systemleistung von 245 PS verfügt. Der Lithium-Ionen-Akku ist im Vergleich zum Vorgänger von 9 kWh auf 13 kWh ausgeweitet worden, womit nun auch die Reichweite alltagsfreundlicher ausfällt.

Laden, laden, laden

Volkswagen verspricht für den GTE auf Papier 62 km Reichweite. In der spätwinterlichen Realität des Stadtverkehrs schrumpft die aber gern mal 40 bis 45 km zusammen. Die Ladetechnik des GTE ist auf demselben Niveau wie bei allen Plug-in-Hybrid-Modellen von VW. Serienmässig kann mit maximal 2,3 kW geladen werden. Damit dauert eine Ladung von null auf 100 Prozent ca. fünf Stunden. Optional bekommt man ein Kabel, das 3,6 kW Ladeleistung und eine Komplettladung in 3 Stunden und 40 Minuten ermöglichen soll. Wer die Vorzüge des rein elektrischen Fahrens nutzen will, muss aber vor allem auch sein Ladeverhalten ändern und den GTE wann immer möglich einstecken.

Es werde Licht

Ein Hingucker ist das Matrix-Licht. Kein Wunder gehört es weit über die Golf-Klasse hinaus zu den besten Lichtquellen im gesamten Automobilbereich. Es nimmt langen Nachtfahrten bei übler Witterung viel von ihrer Gefahr und Anstrengung. Wie bei allen PHEV der Kompaktklasse büsst auch hier der Kofferraum an Volumen ein. Das Akkupaket kostet rund 110 Liter Gepäckraumvolumen, damit bleiben fürs Gepäck 273 bis 1 129 Liter Platz.

Sicher ist sicher

Dass im Golf 8 die modernsten Sicherheitssysteme und Fahrassistenten integriert sind, versteht sich bei VWs Bestseller von selbst. Ganz neu ist die Car2X-Kommunikation. Damit warnt der Golf nicht nur Fahrzeuge in seiner Nähe vor havarierten Autos, Unfällen und dem Stauende, sondern er empfängt auch Warnungen von anderen Fahrzeugen mit dieser genormten Technik.

Das hat uns gut gefallen

Der VW Golf GTE überzeugt vor allem durch seine hervorragenden Fahrleistungen, die gute Rekuperation und der durchschnittliche Verbrauch.

Das hat uns weniger gefallen

Leider ist der neue Golf GTE mit seiner unausgegorenen Bedienung des Infotainmentsystems stark gehandicapt. Das ist besonders schade, weil er die hohen Erwartungen an Fahrwerk und Komfort sogar noch übertrifft.

Fazit

Volkswagen präsentiert mit dem Golf GTE grundsätzlich eine ausgereifte Hybrid-Technologie, die in der City die Vorzüge des E-Motors und bei der Landpartie oder bei der Fahrt zur Arbeit einen flotten Benziner zur Verfügung stellt. Vorteil des Hybrid-Systems ist der geringe Gesamtverbrauch.

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