Das Hybrid-Auto hat sich vom Nischenprodukt zum Trendsetter gemausert. Es ist emissionsarm, steuergünstig und verbraucht wenig Sprit. Doch es gibt auch Nachteile. AutoScout24 beantwortet die wichtigsten Fragen.
Hybrid-Autos haben zwei Antriebe unter der Haube: einen Verbrennungs- und einen Elektromotor. Die beiden Motoren sind miteinander verbunden. Je nach Fahrsituation kommen sie entweder abwechselnd oder gleichzeitig zum Einsatz. Ein Steuersystem regelt, wann welcher Antrieb zum Zug kommt. Das System wählt – zumindest in der Theorie – immer die energiesparendste Kombination.
Und das ist bei Autofahrer:innen in der Schweiz äusserst beliebt. So konnten Hybride den reinen Verbrennern in den letzten 10 – 15 Jahren immer mehr das Wasser abgraben und haben sie bei den Verkaufszahlen sogar überholt. Im Jahr 2024 machten Mild-, Voll- und Plug-in-Hybride 42.5 % aller neu zugelassenen Fahrzeuge in der Schweiz aus. Dies gegenüber 38.4 % Marktanteil von Benzinern und Dieseln zusammen. (Quelle: auto schweiz)
Wie funktioniert ein Hybrid-Auto?
Der Verbrennungsmotor ist beim Hybrid-Auto die Hauptantriebsquelle. Er läuft mit Diesel oder Benzin. Bei Bedarf wird der Elektromotor zugeschaltet und unterstützt den Verbrennungsmotor. Das senkt den Verbrauch spürbar – und bei Plug-in-Hybriden kann der Elektromotor kurze Strecken auch ganz ohne den Verbrenner stemmen.
Ein Elektromotor kann schon bei niedriger Drehzahl einsetzen, während ein Verbrennungsmotor erst noch Drehzahl aufbauen muss. Daher beschleunigen Hybridfahrzeuge bei gleicher Leistung schneller als reine Diesel- oder Benzinautos, aber meist langsamer als reine Elektroautos.
Was sind die Unterschiede der unterschiedlichen Hybrid-Typen?
Bei Hybrid-Autos wird die überschüssige Bremsenergie in der Antriebsbatterie gespeichert. Diese Batterie speist bei Bedarf wieder den Elektromotor. Hybrid ist aber nicht gleich Hybrid. Es gibt unterschiedliche Hybridkonzepte: den Vollhybriden, Mild-Hybriden und Plug-in-Hybriden.
Beim Mild-Hybriden unterstützt der Elektromotor den Verbrennungsmotor beim Beschleunigen. Dadurch wird weniger Benzin verbraucht. Beim Vollhybriden kann man sich auch auf den Elektromotor verlassen, allerdings nur über kurze Strecken.
Der Plug-in-Hybrid geht noch einen Schritt weiter: Seine Batterie kannst du mit Strom aus der Steckdose oder einer Wallbox aufladen und sie hat genug Kapazität, dass du auch längere Strecken rein elektrisch fahren kannst. Ein Beispiel: Der Mercedes-Benz GLC 300 e 4Matic schafft 126 Kilometer mit dem Elektromotor.
Sind Plug-in-Hybride auf der Überholspur?
Im Gegensatz zum Voll- und Mild-Hybriden wird der Plug-in-Hybrid (PHEV) auch über die Steckdose aufgeladen. PHEV können deshalb je nach Modell zwischen 30 und mehr als 120 Kilometer rein elektrisch fahren. Sie liegen aufgrund verschärfter CO2-Zielwerte für Neuwagen im Trend – wie auch reine Elektroautos: 27.5 %, also mehr als jedes vierte Fahrzeug, das 2024 in der Schweiz verkauft wurde, fährt ganz oder teilweise mit Strom vom Netz. Der grosse Nachteil von Hybrid-Autos: Die doppelte Motorisierung macht die Autos schwerer, was ihren Energieverbrauch in die Höhe treibt.
Seit wann gibt es Hybrid-Autos?
Das erste Auto mit Hybrid-Antrieb der Welt war ein Österreicher. Ferdinand Porsche entwickelte um 1900 ein Elektrofahrzeug und präsentierte es an der Weltausstellung in Paris.
Daraufhin kombinierte Porsche sein Elektrofahrzeug mit einem Benzinantrieb und schuf so den ersten funktionstüchtigen Hybrid-Motor für Autos. Porsches Prototyp hatte 2.7 PS und war 35 km/h schnell. Die Produktion des Fahrzeugs wurde allerdings mangels Nachfrage eingestellt.
Welche Fahrzeugmodelle mit Hybrid-Antrieb gibt es?
Im Jahr 2000 brachte Toyota mit dem «Prius» das erste serienmässig produzierte Hybrid-Auto auf den Markt. Hybrid-Autos gibt es mittlerweile von allen grossen Herstellern. Das Angebot umfasst Autos aller Klassen – vom praktischen Kleinwagen über robuste SUVs bis zum schnittigen Sportwagen.
Was tankt ein Hybrid-Auto?
Da einer der beiden Hybrid-Motoren ein Benzin- oder Diesel-Verbrenner ist, wird das Auto mit dem entsprechenden Treibstoff aufgefüllt. Der Elektromotor kann beim Voll- und Mild-Hybriden nicht von aussen aufgeladen werden. Das Auto lädt die Antriebsbatterie während der Fahrt selbstständig auf.
Der Plug-in-Hybrid kann wie ein Elektroauto am Stromnetz geladen werden. Doch meist ist die maximale Ladeleistung ergo Ladegeschwindigkeit tiefer als bei modernen Elektroautos. Selbst mit der maximal möglichen Leistung dauert es mehrere Stunden, bis die kleinen Batterien dieser Fahrzeuge vollgeladen sind. Im Idealfall kannst du es immer einstecken, wenn es längere Zeit steht, beispielsweise an deinem Arbeitsplatz oder über Nacht in der Garage – so hast du immer Strom für den Elektromotor geladen.
Was für Kosten fallen bei Hybrid-Autos an?
Der Anschaffungspreis für ein Hybrid-Auto liegt in der Regel höher als der eines reinen Benzin- oder Dieselautos. Es gibt zwar immer mehr Hybrid-Autos, die das Budget nicht gleich sprengen. Zum Beispiel der Fiat Panda Hybrid ab 20’990 Franken oder der Dacia Duster Journey ab 25’090 Franken.
Aber viele Modelle kosten weit über 50’000 Franken. Insbesondere Plug-in-Hybride sind wegen der komplexen Technik oft verhältnismässig teuer. So musst du auch für günstige PHEV in der Regel deutlich mehr Geld in die Hand nehmen als für einige beliebte, rein elektrische Modelle.
Manche Kantone fördern aber die «hybride Elektromobilität», indem sie einen Teil des Kaufpreises zurückerstatten. Je nachdem gibt es auch Steuerboni auf die Fahrzeugsteuer. Die Fördermassnahmen unterscheiden sich von Kanton zu Kanton – lies hier, welche Massnahmen es in deinem Kanton gibt.
Autoversicherer gewähren zum Teil auch Rabatte und bieten spezielle Versicherungslösungen. Neben Haftpflichtversicherung, Teil- oder Vollkasko berücksichtigen sie auch Schäden an der Batterie.
Im Gegensatz zum Elektroauto benötigt bei einem Hybrid-Auto auch der Benzin- oder Dieselmotor gelegentlich Wartung. Hinzu kommen allfällige Kosten für den Ersatz der Batterie. Der Unterhalt eines Hybrids ist somit im Schnitt meist teurer als der Unterhalt eines reinen Benzin-, Diesel- oder Elektroautos.
Für wen eignen sich Hybrid-Autos?
Hybrid-Fahrzeuge sind eine Lösung für Menschen, die zwar umweltschonender fahren, aber nicht auf Reichweite verzichten möchten oder noch nicht von einer guten Lade-Infrastruktur umgeben sind. Hybrid-Autos sind auch eine gute Lösung, um sich schrittweise an den Umstieg auf einen Elektroantrieb zu gewöhnen. Wer zum Beispiel im Aussendienst arbeitet und täglich lange Strecken zurücklegen muss, ohne dabei Zeit zum Aufladen zu haben, ist mit einem Hybrid-Auto gut beraten.
Infrage kommen die dual angetriebenen Fahrzeuge auch, wenn man täglich Höhenunterschiede bewältigt, häufig bremst und beschleunigt. Dadurch erzeugt der Hybrid Energie, die in der Batterie gespeichert wird.
Soll ich ein Hybrid-Auto kaufen?
Bevor du dich für ein Hybrid-Auto entscheidest, solltest du die eigenen Mobilitätsbedürfnisse hinterfragen. Stell dir Fragen wie:
- Welche Strecken möchte ich elektrisch zurücklegen?
- Will ich überhaupt elektrisch fahren?
- Möchte ich zwei Motoren warten müssen?
- Möchte ich noch auf einen Verbrennungsmotor setzen?
Die Antworten geben Aufschluss darüber, ob es ein Mild-, Voll- oder Plug-in-Hybrid – oder auch ein reines Elektroauto – sein soll. Oder eben nicht. Zu bedenken gilt, dass vor allem die effektive Nutzung von Plug-in-Hybriden die Bereitschaft voraussetzt, den Elektromotor fast täglich zu füttern. Wenn das nicht möglich ist, solltest du ehrlich zu dir sein und sowohl deine Nerven als auch dein Portemonnaie schonen, indem du einen sparsamen Verbrenner kaufst.
Unser Fazit: Das sind die Vor- und Nachteile von Hybrid-Autos
Die Vorteile vom Hybriden im Vergleich zu Benzin- und Diesel-Autos liegen im tieferen Verbrauch und Schadstoffausstoss innerorts. Nachteile weist er in den teureren Anschaffungskosten auf, dem hohen Gewicht sowie in der komplexeren, wartungsintensiveren Technik. Da Hybrid-Fahrzeuge weiterhin auf den Verbrennungsmotor setzen, stellt sich langfristig auch die Frage, wie sich ihre Zukunft entwickeln wird, wenn die zulässigen CO2-Ausstoss-Werte noch weiter gesenkt werden.




