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Elektroautos im Winter: Tipps und Tricks zum Erhalt der Reichweite

15. Dezember 2022

Lesedauer: Minuten

Elektroautos im Winter: Tipps und Tricks zum Erhalt der Reichweite

Monika Ochsner

Monika Ochsner

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Stau im Winter: Das allein ist schon eine Horrorvorstellung für viele. Nun stell dir vor, die Schlange bewegt sich langsam vorwärts, aber dein E-Motor reagiert nicht mehr, weil der Akku leer ist.

Tatsächlich haben es Elektroautos und insbesondere deren Akkus während der kalten Jahreszeit nicht leicht. Doch haben E-Autofahrende ein solches Szenario im Winter wirklich zu fürchten? Wir haben nachgeforscht und liefern Antworten auf die häufigsten Fragen rund ums Elektroauto im Winter.

Welchen Einfluss hat die kalte Jahreszeit auf die Reichweite von Elektroautos?

Laut ADAC kommt ein E-Auto mit derselben Ladung im Winter nicht ganz so weit wie im Sommer. Die tiefen Temperaturen reduzieren die Reichweiten eines E-Autos im Schnitt um ca. 10 bis 30 Prozent, bei Minustemperaturen können es auf Kurzstrecken sogar bis zu 50 Prozent sein. Grund dafür ist der höhere Stromverbrauch der Heizung: Während ein Verbrennungsmotor mittels Abwärme den Innenraum des Wagens aufwärmt, muss die Wärme bei einem Elektroauto zuerst erzeugt werden. Dafür wird viel Energie aus der Batterie verwendet.

Ein weiterer Grund für die reduzierte Reichweite ist die Temperatur der Batterie selbst. Eine eingebaute Isolierung verhindert zwar die komplette Unterkühlung der Batterie, damit die Elektrochemie jedoch optimal funktioniert und die volle Kapazität des Akkus ausgeschöpft wird, muss die kalte Batterie zuerst warm werden. Gerade deshalb ist der Reichweitenverlust auf Kurzstrecken prozentual besonders hoch.

Übrigens: Nicht nur Elektroautos brauchen mehr Energie im Winter, auch der Benzin- bzw. Dieselbedarf von Verbrennern steigt in der kalten Jahreszeit.

Wie kann die Reichweite eines Elektroautos im Winter erhöht werden?

Viele Elektroauto Modelle verfügen über einen stromsparenden Eco-Modus. Um die Reichweite des Elektroautos im Winter zu erhöhen, bist du gut beraten, den Eco-Modus zu nutzen. Da in diesem Modus weniger schnell beschleunigt werden kann, profitierst du zusätzlich von etwas mehr Sicherheit auf glatten Strassen.

Allgemein lohnt es sich, im Winter weniger sportlich unterwegs zu sein: Rechne mit einem längeren Bremsweg und beschleunige mit Vorsicht. Das spart nicht nur Akku, sondern ist auch ein wichtiger Aspekt für das sichere Fahren im Winter. Ausserdem kann durch das Vermeiden von abruptem Bremsen von der Rekuperation profitiert und wertvolle Energie zurückgewonnen werden. Vorausschauendes Fahren hat damit gleich zwei Vorteile: mehr Sicherheit für dich und eine höhere Reichweite deines Elektrofahrzeugs.

Für mehr Reichweite kannst du dein Auto vor dem Losfahren auch an der Wallbox aufheizen: Der Strom, der direkt von der Wallbox kommt, wird genutzt, um das Auto aufzuwärmen und der vorher aufgeladene Akku bleibt unberührt – die Batterie ist auch beim Losfahren noch vollgeladen.

Egal, ob dein Auto ein Elektro- oder einen Verbrennungsmotor hat, einige Vorsichtsmassnahmen sind notwendig, um gut durch den Winter zu kommen. Unsere Checkliste, um dein Auto auf den Winter vorzubereiten, hilft dir dabei.

Während dem Fahren solltest du vor allem die Sitz- und Lenkradheizung benutzen, da diese effizienter arbeiten als die Heizung via Luft. Es gibt auch Fahrmodi, die automatisch die Innenraumheizung reduzieren und sich stärker auf Sitz- und Lenkradheizung fokussieren. Es lohnt sich, die Bedienungsanleitung deines E-Autos genauer anzuschauen und sich über alle vorhandenen Funktionen zu informieren.

Zu guter Letzt sollte das Elektroauto während der kalten Jahreszeit, wenn immer möglich, in Garagen parkiert werden. Damit kühlt die Batterie weniger stark runter und verbraucht dementsprechend auch weniger Energie während des Aufwärmens.

Wie beeinflusst die Kälte den Ladevorgang vom Elektroauto?

Nicht nur während der Fahrt, sondern auch beim Laden macht sich die Kälte bemerkbar. Die Wohlfühltemperatur eines Elektroauto-Akkus liegt zwischen 20 und 40 Grad Celcius. Nur bei diesen Temperaturen kann die enthaltene Chemie optimal arbeiten. Damit eine kühlere Batterie während des Ladevorgangs nicht zu stark strapaziert wird, verringern Ladesäulen ihre Ladegeschwindigkeit automatisch. Deshalb solltest du im Winter grundsätzlich etwas mehr Ladezeit einplanen.

Die Temperatur der Batterie ist besonders beim Verwenden von Schnellladestationen relevant. Da die Batteriezellen beim Schnellladen besonders stark strapaziert werden, ist ein vorheriges Erwärmen essenziell. Auch hier wird die Ladegeschwindigkeit automatisch spürbar reduziert und die Vorteile der Schnellladestation können nicht wirklich ausgeschöpft werden.

Um lange Ladezeiten zu vermeiden, solltest du deshalb dein E-Auto in einer warmen Garage laden oder erst nach einer etwas längeren Fahrt, mit bereits beheiztem Auto eine Ladestation ansteuern.

Schon gewusst? Einige Hersteller sind sich der Problematik bewusst und haben erste Lösungsansätze in ihre E-Autos gebaut. So wird zum Beispiel die Batterie automatisch vorgeheizt, wenn man in der Navigation eine Schnellladesäule ansteuert.

Was sind die Vorteile von Elektroautos im Winter?

Das E-Auto schneidet im Vergleich zum Verbrenner auch im Winter nicht nur schlecht ab. Es gibt einige Vorteile. Bei vielen Elektroautos wird mittlerweile eine App angeboten, mit der das Auto vorgeheizt werden kann. Vor allem das tägliche Pendeln wird dadurch angenehmer. Ausserdem fällt auch das mühselige Enteisen weg.

Damit beim Verbrenner genügend Abwärme generiert wird, um zu heizen, muss vorher bereits eine gewisse Strecke zurückgelegt werden. Da beim Elektroauto die Heizung den Innenraum des Autos direkt aufheizt, läuft dieser Prozess wesentlich schneller ab.

Wärmepumpen: ein Weg, den Reichweitenverlust zu verringern.

Eine Wärmepumpe erwärmt das Auto mit einem tieferen Energieaufwand als die gewöhnliche Heizung. Oft sind Wärmepumpen als Zusatzausstattung erhältlich. Falls du in einem Gebiet mit sehr tiefen Temperaturen lebst, kann die Anschaffung sinnvoll sein. Besitzt du bereits ein E-Auto ohne Wärmepumpe? Dann kannst du diese meist einfach nachrüsten lassen.

Fazit: Und was ist jetzt im Stau?

Kommen wir zu guter Letzt wieder zurück zu unserer Ausgangssituation: Kann der Akku des Elektroautos nun im winterlichen Stau wirklich einfach den Geist aufgeben? Zum Glück nicht: Die Reichweite verringert sich zwar, mit einem kompletten Stillstand muss man als E-Autofahrende auch im Winter nicht rechnen. Ein Test von ADAC zeigte, dass selbst bei eisiger Kälte von -9 bis -14 Grad Celsius Elektroautos gut 15 – 17 Stunden aushalten. So wird ein Stau nur bei sehr tiefem Batteriestand zum Problem. Wie beim Auto mit Verbrennungsmotor müssen sich auch Elektroauto-Fahrende auf den höheren Energieverbrauch im Winter einstellen und genügend Reserven einplanen. Möchtest du ein Elektroauto für den kommenden Winter kaufen? AutoScout24 bietet Modelle mit oder ohne Wärmepumpe.
Monika Ochsner

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