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Sparen ohne Ärger: Wichtige Tipps beim Gebrauchtwagenkauf

14. Oktober 2022

Lesedauer: Minuten

Sparen ohne Ärger: Wichtige Tipps beim Gebrauchtwagenkauf

Patrick Züst

Patrick Züst

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Occasion-Autos sind günstiger als Neuwagen. Jedoch ist der Kauf mit Risiken verbunden. Damit dein Auto nicht zur Kostenfalle wird, haben wir die wichtigsten Merkregeln für dich aufgelistet.

Was musst du alles beachten, wenn du ein Fahrzeug erwerben willst? Im Artikel zum Thema Autokauf haben wir für dich bereits die wichtigsten Punkte zusammengefasst. Besonders beim Occasionkauf, solltest du noch einige zusätzliche Dinge im Hinterkopf behalten. Damit sicher nichts vergessen geht, findest du hier alle nützlichen Tipps.

Darauf musst du bei der Besichtigung achten

Die wichtigste Regel zuerst: Gib nie ein Gebot für ein Auto ab, das du nicht selber gesehen hast! Bevor du einen Kaufvertrag abschliesst, solltest du das Fahrzeug unbedingt besichtigen. Am besten gehst du mit einer zweiten Person deines Vertrauens zum Besichtigungstermin. Vier Augen sehen bei der Besichtigung einfach mehr. 

Dabei solltest du ganz genau hinschauen. Es geht nämlich nicht nur um deinen Komfort, sondern auch um deine Sicherheit: Ein Auto mit Mängeln kann im Verkehr schnell zu kritischen Situationen führen. Der Preis eines Gebrauchtwagens steigt ausserdem rasant an, wenn schon kurz nach Vertragsabschluss zusätzliche Reparaturen notwendig sind.

Prüfe bei der Fahrzeug-Besichtigung folgendes genau:

  • Ist der Wagen innen sauber und trocken? Auch ein muffiger Geruch im Innenraum weist auf undichte Stellen in der Karosserie hin. Untersuche in solchen Fällen das Fahrzeug gründlich auf Rostspuren. 
  • Und wie sieht er von aussen aus? Neben ungewollten Rostspuren, weisen Dellen oder Kratzer auf ein Unfallfahrzeug hin.
  • Unfallfahrzeuge besitzen meist auch Flickstellen im Lack. Gibt es dumpfe Stellen oder Farbverläufe bzw. Farbunterschiede? Achte auch auf ungleichmässige Spaltmasse an Türen und Klappen.

Unser Pro-Tipp: Teste mit einem Magnet, ob eventuell Spachtelarbeiten vorgenommen wurden. An solchen Stellen hält der Magnet nämlich im Gegensatz zum Rest der Karosserie nicht.

  • Der Motorraum sollte nicht ölig, die Batterie maximal drei Jahre alt und die Kabel und Schläuche intakt sein. Du kannst dich auch unter den Wagen legen, um den Unterboden zu betrachten und so allfällige Flecken am Boden zu erspähen. 
  • Reifen: Achte darauf, dass alle Reifen vom selben Hersteller sind. Wichtig sind auch Alter und Reifenprofil. Die Reifen sollten nicht älter als 4 Jahre alt sein und Profiltiefe sollte mindestens vier Millimeter betragen. Miss das am besten gleich selber nach.
  • Schaue dir danach die Türschlösser, die Dichtungen und alle Spiegel genau an. 
  • Teste zum Schluss, ob das Lenkrad maximal 2 cm Spielraum lässt und schalte das Licht und die Blinker ein. Kurz gesagt: Drücke jeden Knopf! 
  • Und mach unbedingt eine Probefahrt von mindestens 30 Minuten. Am besten testest du das Occasionsauto sowohl innerorts als auch ausserorts und am besten auch gleich auf der Autobahn. Nur so merkst du, ob alles einwandfrei funktioniert und dir der Wagen gefällt.

Auf AutoScout24 findest du eine komplette Checkliste für die Fahrzeuguntersuchung und für die Probefahrt. So denkst du sicher an alles Wichtige. 

Ist die Motorfahrzeugkontrolle ein Qualitätsmerkmal?

Nicht nur den Wagen solltest du genau unter die Lupe nehmen, sondern auch die dazugehörigen Papiere. Als erstes solltest du dabei im Fahrzeugausweis prüfen, wie viel Zeit seit der letzten Motorfahrzeugkontrolle (MFK) vergangen ist. In der Schweiz ist das regelmässige Vorführen des Autos nämlich obligatorisch. Die MFK versichert dir zwar nicht, dass in den nächsten zwei Jahren keine Reparaturen auf dich zukommen. Du kannst dir jedoch sicher sein, dass das Fahrzeug dem Standard für Verkehrssicherheit entspricht, wenn die letzte Kontrolle noch nicht lange zurückliegt bzw. der Wagen „ab MFK“ verkauft wird. Eine weit verbreitete Empfehlung lautet: Kaufe keine Occasion-Wagen, bei denen die letzte Motorfahrzeugkontrolle länger als acht Monate zurückliegt. 

Nicht vergessen: Prüfung der Dokumente

Vergleiche die Typennummer des Fahrzeugs mit der Nummer auf dem Fahrzeugausweis. Diese zwei Zahlen müssen übereinstimmen, sonst ist etwas faul! Prüfe auch im Serviceheft, ob der Wagen regelmässig Instand gehalten wurde und die erbrachten Leistungen dem Kilometerstand angemessen sind.

Apropos Kilometerstand: Wenn der Wagen mehr als 150’000 Kilometer gefahren ist, ist das bereits an der oberen Grenze. Der Kilometerstand alleine sollte aber nie ausschlaggebend für deine Entscheidung sein. Rechne zudem aus, wie viele Kilometer der Wagen durchschnittlich pro Jahr zurückgelegt hat. Falls diese Zahl sehr klein ist, wurde das Auto über längere Zeit nicht oder nur für kurze Strecken gefahren. Und das wäre auch ein schlechtes Indiz: Was rastet, das rostet.

Gebrauchtwagen kaufen oder leasen? Das musst du wissen

Das Leasen eines Gebrauchtwagens mag verlockend sein. Aber aufgepasst: Wenn du ein Auto least, dann musst du obligatorisch eine teurere Vollkaskoversicherung abschliessen. Deren Prämie lohnt sich nur für neuere Autos. Ausserdem musst du bei einem Leasingvertrag alle Service- und Reparaturkosten selber übernehmen. Weil diese Ausgaben bei Gebrauchtwagen tendenziell höher ausfallen, machst du mit einem Leasing manchmal ein schlechtes Geschäft.

So wird die Garantie beim Occasionskauf geregelt

Du kannst deinen neuen Gebrauchtwagen entweder bei einem Händler oder einem privaten Anbieter kaufen. Häufig machen Privatpersonen günstigere Angebote, dafür haben Händler eine grössere Auswahl an Gebrauchtwagen.

Einen wichtigen Unterschied gibt es bei der Occasionsgarantie : Im Gegensatz zu Privatpersonen haften Händler nämlich zwei Jahre lang für allfällige Mängel. So steht es im Schweizer Gesetz. Aber aufgepasst: Diese Garantie wird von vielen Händlern gekürzt oder sogar ganz ausgeschlossen! Vereinbare mit dem Verkäufer, ob du eine Voll- oder Teilgarantie erhältst und wie lange diese dauert. Eine Garantie von einigen Monaten ist in allen Fällen empfehlenswert.

Privatpersonen sind dazu verpflichtet, dich über frühere Unfallschäden und Mängel zu informieren. Die Haftung für Sachschäden ist bei einem privaten Verkauf nicht zwingend gegeben. Einige Verkäufer entscheiden sich manchmal trotzdem dafür, dem Verkäufer eine Garantie anzubieten. Möglich wird das durch Versicherungsanbieter wie Quality1. So oder so gilt: Falls Probleme mit deinem Occasion-Auto auftauchen, solltest du dies umgehend dem Verkäufer melden. Nimm keine Reparaturen auf deine Kosten vor, bevor die Haftungssituation klar ist.

Zur Sicherheit: Mach einen Kaufvertrag

Wenn alle Details geklärt sind, kann der Kauf finalisiert werden. Beharre dabei immer auf einen schriftlichen Vertrag! Darin regelst du Frist und Umfang der Garantie. Weiter lässt du dir die Eigenschaften deines Gebrauchtwagens zusichern, für die der Verkäufer auch bei Ausschluss der Garantie bürgt. Dazu gehören beispielsweise der Kilometerstand oder die Unfallfreiheit. Mit dem Kaufvertrag von AutoScout24 bist du auf der sicheren Seite. Sobald das Dokument dann unterschrieben ist, kannst du dich um die Autoübergabe kümmern.


Auf unserer Plattform kannst du ganz bequem nach gebrauchten Fahrzeugen filtern, die unfallfrei, direkt „ab MFK“ oder über eine Garantie versichert sind. So findest du sicher ein Auto, das zu dir passt.

Patrick Züst

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